Road Trip nach Key West

Ach wenn Auto fahren und mieten doch überall so günstig und einfach wäre. Über das Web gebucht 10 Tage für 283 €, Klasse SUV – mal sehen was für einen Hobel wir bekommen. Die gigantische Abholstation am MIA Airport lässt uns erst ein wenig verloren umher irren, um letztendlich doch unseren Pick up Schalter zu finden. Kritisch beäugt der Angestellte mich und meine Dokumente. Die herzliche Art der Amis ist hier nicht so präsent, hat eher was polizeiartig autoritäres. Mein Partner in crime und ich nehmen die Schlüssel entgegen und machen uns auf die Suche. Ein Jeep, es ist ein Jeep geworden und zum Glück sogar ein weißer – alles andere wäre Backofen gewesen. Navigationssystem haben wir nicht dazu gebucht, sondern die Karten fürs iPad runtergeladen. 20€ für den ganzen Globus … soviel zu der Frage „Was kostet die Welt?“ muahaha. Aus Miami rauszukommen ist ein wenig Gefrickel, da die Highways die Ausfahrten nicht nur auf der rechten, sondern auch auf der linken Seite haben. Shit – da kann man sich nicht mal durch ein Fremdkennzeichen entschuldigen.

In einem Subway außerhalb der City gönnen wir uns noch eine kleine Stärkung. Bestellen klappt ohne Probleme, doch wehe du fragst nach der Toilette. Allgemeines Unverständnis der englischen Sprache, welches sich mit Händen, Füßen und den übliches Gesten gut umschiffen lies. “Banjo? Ah si!” Na klar, das Banjo – da hätten wir auch direkt drauf kommen können. Ich sag ja – Spanisch ist hier nicht verkehrt.

Sobald man sich auf dem Highway 1 Richtung Süden befindet, ist der Stress der Innenstadt vergessen. Was mir besonders gut gefällt sind die Radiosender. Selten so einen guten Mix aus Hiphop, Soul, Funk, R’n’B und Pop gehört und das über die letzten 40 Dekaden hinweg. In den USA rast man nicht, sondern man reist – was nicht dem Zustand der Straßen, sondern eher den Tempolimits geschuldet ist. 80km/55mph sind das höchste der Gefühle. Meine Bleifußseele bekommt eine Lektion in Geduld. Spätestens nach Key Largo und Windley Key bin ich sogar ein bisschen dankbar dafür, denn ab dort werden die Keys richtig schön. Islamorada und Duck Key gehören für mich zu den schönsten. Überall diese Tikki Bars und kleinen Marinas. Von wegen wir haben einen dicken SUV – unser schnuckeliger Jeep ist nichts gegen die GMCs, Dogde Durango, Ford Expedition und Chevrolets die hier rumcruisen. Irgendwie steh ich auf dieses Motorengeblubber und deren Ladefläche auf der man ohne Probleme eine Matratze platzieren könnte.

Angekommen im http://www.ibisbayresort.com/ werden wir erstmal von 2 Papageien begrüßt und einem super Zimmer mit Hängematte auf der Terrasse zugewiesen. Alles riecht ein bisschen nach Zitrone, warum erfahrt ihr noch. Die Keys sind teuer und Key West ist besonders teuer, deshalb statten wir der um die Ecke gelegen Mal einen Besuch ab und decken uns mit Bud Light ein. Dem Bier was kaum betrunken macht aber dafür keine Kalorien hat, haha.

Down Town wie aus dem Bilderbuch

Praktischerweise bietet das Resort einen Shuttle Service Richtung Downtown an. Gute 30 Minuten ist man im gelben Schulbus unterwegs und danach shockgefrostet, denn die Klimaanlage ist auf gefühlte 14°C eingestellt. Wir laufen die Duval Street runter und sind so beeindruckt von der historischen Architektur. Alles mutet einem Südstaaten Epos an, dem ein tropischer Touch verliehen wurde. Unglaubliche Villen luken hinter imposanten Mangrovenbäumen hervor und überall verschnörkelte weiße Häuschen mit kleinen Balkonen auf denen Big Mamas hocken.

Am besten man verläuft sich in den Gassen oder schnappt sich ein Fahrrad – für 12 Dollar ist man dabei. Hier ist man kein Eis, hier gibt es Key Lime Pie! Unglaublich lecker dieser Zitronenkäsekuchen. Gibt es an jeder Ecke und in verschiedenen Farben und Formen kredenzt. Mein Highlight, das Stück am Stiel im Schokopanzer. Obligatorisch natürlich der Besuch im Hemmingway Haus und dem südlichsten Punkt der USA.

An den Tagen wo Kreuzfahrtschiffe anlegen ist die kleine Key von Touristen geflutet, einhergehend mit den Merchandise Ständen. Traumstrände sucht man hier leider vergebens. Der Strand am Atlantic Boulevard ist der größte, schönste und sauberste. Spätestens beim Schnorcheln fällt mir auf warum die Keys auch “Conch Republic” genannt wird. Nach 30 Metern aufgewirbeltem Sediment sehe ich ein großen stacheligen Brocken. Kurz aufgeschreckt, dann bemerkt dass die halbe Bucht voller riesiger Muscheln liegt!

Seafood, seafood und noch mal Seafood

Für’s leibliche Wohl ist im Resort bestens gesorgt, denn das anliegende http://www.stonedcrab.com/ bietet von Frühstück bis Dinner alles. Direkt am Wasser gelegen, kommen die Tierchen direkt aus dem Meer auf den Teller. Die Leute sind extrem fröhlich und überaus offen. Beim Frühstück kam eine ältere Dame auf mich zu “You have a very lovely accent! Where are you from?” – “Germany” – “Oh Merkel Country” … was soll ich sagen, der Ruf eilt der Frau voraus.

Am letzten Abend gönnen wir uns den Protein Overdose: Key West Lobster Steamer für 42 Dollar, Garnelen, halber Lobster und eine Schneekrabbe – OMG ich lieeeeebe Schneekrabbe!!! Da kann der Hummer einpacken. Das Essen bekommt eine klare 1 von mir. Ansonsten muss ich sagen, dass die Keys zwar traumhaft schön sind wenn man mal ein Wochenende aus Miami flüchten möchte. Ansonsten ist alles sehr aufgesetzt und überteuert. Halt ein Hochzeitsrevival El Dorado der Best Agers.

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