Miami

I’m going to Miami …. – Hello Sunshine State!

Nach ausgiebiger Erkundung des asiatischen Kontinents ist es wieder einmal Zeit die Flügel Richtung Westen auszustrecken. Ausgewähltes Ziel ist Florida, und da man schon lang genug im Flieger sitzt, wird es mich auch nicht 14 Tage an einem Ort halten. Also wird es ein Rundtrip, mit dem Auto. Die Route Miami – Key West – Fort Myers – Bahamas.

Direktflüge von Düsseldorf wurden Anfang des Jahres noch nicht angeboten, somit geht es mit Iberia via Madrid übern großen Teich. Die Strecke Düsseldorf-Madrid begrüßt mich mit alt bekanntem Sardinendosencharme, neu jetzt auch bei dieser Airline: keine freien Getränke oder Snacks. Besonders toll wenn schon im Flughafen das Brötchen 3,60€ und die 0,75l Wasser mit 3,75€ (plus Pfand, am internationalen Terminal – ich lach mich tot) die Heimatwährungsreserven plündern. Der gut gelaunte Purser und seine hauptsächlich männliche Cabin Crew wussten wie man trotz abgespecktem Service die Passagiere bei Laune hält.

Knapp 55 Minuten reichen am Flughafen Madrid um seine Maschine mittels U-Bahn und diverser Ebenen zu wechseln. Hunger hat danach auch der Geldbeutel. Das Baguette schlägt hier schon mit 9,40€ zu Buche. Im Flieger begrüßt uns eine leicht betagte und ruppige Crew. Die Filmauswahl lässt mich den 9,5 h Flug gut entertaint überstehen. Sogar die Koffer waren schon vor uns am Band. Hut ab, Iberia 😉

Miami Einreise

Endlos lange Passagierbänder im karibisch-kubanisch angehauchten MIA Airport. Am Immigration Desk merkt man, dass uns die Amis in Sachen Technik mal wieder einen Schritt voraus sind. Das ESTA Visum wird hier elektronisch erfasst. Nachdem ich meine Fingerabdrücke und ein Foto dagelassen habe, darf ich mit einem netten “Good Bye” den Flughafen verlassen und mich auf den Boden von Miami begeben.

15 Minuten Taxifahrt und ich erblicke die stilvollen Art Deco Fassaden des Ocean Drives! Wow – hier hat man an Leuchtstoffröhren nicht gespart. Sogar in den Palmen sind diese installiert. Ein leuchtend buntes El Dorado der Sportfreaks die sogar noch abends um 21 Uhr im Lummus Park aktiv sind.

Trotz Müdigkeit drehen wir noch ein Ründchen um den Block und shoppen noch ein wenig Lebensmittel. Die Bierpreise sind hier auf Clubniveau … Lebensmittel übrigens auch. Von daher decken wir uns mit dem nötigsten ein: Bier, ohne Kalorien und Empanadas. Um 22 Uhr übernimmt der Jetlag und ich begebe mich in die Horizontale. Die Betten sind super! Von der Lautstärke des nebenan gelegenen Clubs “Mango’s” bekommt man dank Doppelverglasung nur die Hälfte der Bacchiatta Beats mit.

Miami

Bienvenido a Miami

Die lateinamerikanischen Einschläge sind in Miami South Beach kaum zu bemerken – Ironie off. Wer nach Miami – insbesondere Miami Beach reist, sollte anstatt seiner Englisch- besser seine Spanischkenntnisse aufpolieren. Spätestens beim Frühstück wird man sich dessen bewusst, bestellt man etwas das nicht auf der Karte steht. Die Bedienung war aber überaus freundlich und das Frühstück reichlich. Von Omelett über Pancakes bis Porridge mit Früchten und sämtlichen Frühstücksei-Variationen inklusive Filterkaffee (der heißt übrigens American Coffee) soviel man möchte oder Tee zahlt man um die 12 Euro.

Miami

Frisch gestärkt laufen wir los um den Everglades Trip zu buchen. Ein riesiges Angebot an verschieden Touren von Schmetterlinge gucken über Shopping Mal Besuche bis hin zu Everglades Touren bietet das Trip Office. Wir bleiben bei der Everglades Tour und löhnen 55 Dollar pro Person. Abfahrt ist die letzte um 13 Uhr da in der Winterzeit die letzte Tour entfällt, da es doch auch in Miami recht früh dunkel wird. Die Zeit bis dahin nutzen wir und mieten uns ein Fahrrad um die Gegend weitläufiger zu erkunden. Ab 4 Dollar für 30 Minuten gehen die citi Bikes los und die Buchung ist wirklich kinderleicht. Schnell merken wir dass das Rad hier eines der Hauptfortbewegungsmittel ist, neben aufgemotzten Autos und Motorrädern – sehr sympathisch. Da meine Reisebegleitung ohne Einkaufskonsum wahnsinnig wird, steuern wir die Lincoln Road Mall an. Hatte mich schon auf ein chronisch unterkühltes, klimaanlagengefrostetes Einkaufszentrum eingestellt, doch siehe da – es ist eine Open Air Mall, besser bekannt als Fußgängerzone an der links und rechts kleine Shops gelegen sind. Wer hier mit günstigen Angeboten rechnet sollte bei einem schwachen Dollar in die USA reisen. Mittig haben Restaurants und Cafes ihre Terrasse platziert und zwischendurch wird die Straße mit einem Flohmarkt und kleinen Snackständen aufgemotzt. Da gönn ich mir direkt ein paar Empanadas mit Spinat und Pulled Beef für 4 Dollar. An Herzlichkeit fehlt es den Verkäufern hier jedenfalls nicht. Mein misstrauisches Gesicht zu gewissen Kombinationen von Speisen wurde mit einer freien Kostprobe belohnt. Die wohl besten Burger aus Schnellrestaurants gibt es bei Shake Shack – unglaublich lecker dazu die Fritten mit Käsesoße. Danach ist es wieder Zeit die Kalorien auf dem Rad abzustrampeln und den Bus zur Everglades Tour zu erwischen.

Everglades – Floridas Prärie

13:30 Uhr sammelt der Bus uns ein. Der Guide ist eine überaus motivierte Dame, die direkt das Motto der Fahrt vorgibt: Stimmung, Stimmung, Stimmung! Freigetränke hat sie allerdings nicht verteilt. Stattdessen hat die in Miami Geborene uns eine kostenlose Stadtrundfahrt geboten – gespickt mit reichlich interessanten Informationen über Miami, auf die ich hier im Blog nochmal drauf zurück komme. Auf dem Highway angekommen zieht die Klimaanlage des Busses an – ich kann die Erkältung schon antizipieren. Auf der Straße zum Reservat sehen wir doch tatsächlich die ersten Alligatoren!

Im Nationalpark angekommen werden wir auf ein Air Boat gesetzt – dass das Boot nur von diesem Propeller angetrieben wird, bei der Maße von Personen drauf und einem Ranger, der als Bootsmann fungiert, Hut ab! Die Fahrt geht durch 2 m hohes Schilfgras und Mangrovenbäumen die mit Tillandsien gespickt sind – geil, endlich seh ich die mal live und nicht nur in Hipster Interieur Läden. Plötzlich fängt der Ranger an Ohropax zu verteilen. Als braver Tourist stopf ich mir die direkt ins Ohr. In dem Moment, wo der Propeller des Air Boats auf Highspeed schaltet und der Krach ohrenbetäubend wird, merke ich wozu diese gut sind.

Soweit das Auge sieht erstreckt sich das sogenannte Sawgrass, so eine Art kurzwüchsiges Schilf. Kaum zu glauben dass fast ganz Südflorida daraus besteht und der Teil auf dem jetzt Miami steht, dafür trockengelegt werden musste. Die Fahrt im Boot über diese Prärie macht echt Spaß, vor allem als der Ranger todesmutig von seinem Thron aus dem Boot steigt, seine Stiefel auszieht und nur kniehoch versinkt. Dass die Alligatoren hier das kleinste Übel sind, erfahren wir als er uns mitteilt, dass autoreifengroße Schnappschildkröten da auch ihr Unwesen treiben.
Nach Ende der Tour gab es noch die obligatorische Wild Life Show in der von Kröten, Skorpionen über Alligatoren nochmal alles Getier in amerikanischer Show Manier vorgeführt wurde. Fotos mit Baby Alligatoren auf dem Arm gab es gegen 3 Dollar – die lassen sich auch alles bezahlen und Tip ist natürlich auch immer mehr als willkommen. Am Souvenirladen schleichen wir uns vorbei und huschen in den Bus um die Rückreise anzutreten, Nightlife wartet schließlich uns.

Party on, Miami

Es ist Samstag und da wird rausgegangen. Da wir schon eine Idee der Preise hatten, holen wir uns für’s Warm Up ein paar Bier im Liquor Shop um die Ecke. Wahnsinn was da los ist, Türsteher draußen und innen drin ein DJ samt Lichtanlage. Davon können sich unsere Büdchen in Deutschland mal eine Scheibe von abschneiden.

Um in den Abend zu starten bietet sich der Ocean Drive bestens an. Sehen und gesehen werden heißt das Motto. Outfits, die wir unserorts nur im Sexshop erhalten würden, sind in Miami an der Tages- äääh Nachtordnung. Unsere Aufmerksamkeit gewinnt das “Mango’s”, eine Bar von der wir dachten es wäre Table Dance, aber irgendwie tanzt hier alles auf der dafür prädestinierten Bühne. Welche Sprache hier gesprochen wird? Entertainment! Männer und Frauen kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten, wenn die pallientenbeschmückten Mädels und gut durchtrainierten Wannabe-Chippendales auffahren. Die Cocktails laut, die Musik bunt und das Interieur reich aber tanzfaul. Das schreit nach Weiterziehen und so nehmen wir den Weg rauf Richtung Art Deco District.

Nachts wirkt Miami Beach wie eine Kirmes, nur fest installiert. Auf der Suche nach gutem Sound bleiben wir an der “Palace Bar” hängen. Oben-ohne Kellner haben mir in Düsseldorf eh schon seit den Studio 54-Zeiten im La Rocca gefehlt. Das Publikum ist schwul, gut drauf und die Terrasse läd zu Gesprächen abseits der tobenden Tanzfläche ein. Aschenputtel-like verlassen wir das Palace um pünktlich zur Mitternacht bei der Underware Contest Fashion Show im “Twist” zu sein. Letztendlich landen wir im “Score Nightclub” und ich kann optisch nicht mehr unterscheiden was Männlein oder Weiblein ist. Aber seht euch die Bilder selber an.
Am nächsten Morgen, mit schwerem Kopf helfen Pancakes mit frischen Früchten am besten um den Tag zu starten und nach zwei Tagen Fast Food sehne ich mich nach erbaulichen Nahrungsmitteln. Wir schwingen uns wieder auf die Räder des gut ausgebauten citi Bike Netzes und radeln los. Kaum zu glauben, aber es gibt eine Oase des gesunden Essens – sie heißt “Whole Foods” und läd unsere Akkus wieder auf. Handpolierte Äpfel und frisch gekochte Suppen reihen sich an penibel sortierte Salat- und Fleischtheken. Das Volumen der Amerikaner lässt keine Zweifel an der Tortentheke. Den letzten Abend lassen wir in einem stilechten Diner auf der 11th Street ausklingen. Burger, Bedienung – hier stimmt einfach alles.

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